Bayern hat viel zu bieten – ob landschaftlich, kulinarisch oder kulturell. Hier bekommt ihr einen Überblick über ganz besondere Regionen in unserer Heimat der Vielfalt.
Fischregion Aischgrund
Es gibt kaum eine Region in Bayern, die so von der Fischzucht und Teichwirtschaft geprägt ist, wie der Aischgrund. In über 7.000 Fischteichen wird vor allem der Karpfen („Aischgründer Spiegelkarpfen“) gezüchtet. Meist liegen die Fischzuchten nahe dem Fluss Aisch und dessen Nebenarmen. Viele aneinandergereihte Teiche (Teichketten) haben jedoch nur Zuflüsse aus den Wäldern. Da sie im Sommer versiegen, sind sie auf Regen angewiesen. Sie heißen daher „Himmelsweiher“. Der rund 85 Kilometer lange Fluss Aisch entspringt nicht weit der Ortschaft Schwebheim bei Bad Windsheim und mündet bei Trailsdorf in die Regnitz. Der Name Aisch hat einen keltischen Ursprung: „Aisk“ bzw. „Eisga“ bedeutet Wasser.
Früher war das Allgäu für seinen großflächigen und blau blühenden Flachs (blaues Allgäu) bekannt. Heute ist die Region DAS Milchland – konkret: das älteste geschlossene Milchwirtschaftsgebiet Deutschlands. Seit über 180 Jahren wird hier Milch produziert. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Stellenwert der Milcherzeugung deutlich angestiegen. Verantwortlich dafür war vor allem der Bauer und Agrar-Reformer Carl Hirnbein, der auf dem Hof seines Vaters schon früh mit der Milch- und praktischen Landwirtschaft in Berührung kam. Er war es, der frühzeitig erkannte, dass das Allgäu aufgrund seiner weniger fruchtbaren Böden nicht viel länger vom Flachsanbau leben könnte. Und so strebte er die wirtschaftliche Umwandlung vom Ackerbau zur Milchwirtschaft inklusive Käseproduktion an. Hirnbein studierte insbesondere die Käseherstellung in Belgien und der Schweiz und führte die Verfahren zur Produktion von Weichkäse sowie Emmentaler auch in seiner Heimat erfolgreich ein – der berühmte Allgäuer Emmentaler hat hier seinen Ursprung. In Hirnbeins Heimatsort Missen-Wilhams wurde ein Museum (Link) nach ihm benannt, das den Besuchern die Geschichte des Allgäus und des Allgäuer Käse näherbringt.
Das ausgeglichene, warme Klima des Voralpenlandes mit seinen langen Sonnenperioden schafft perfekte Voraussetzungen für den Apfelanbau am Bodensee. Rund 1.200 Betriebe mit erwerbsmäßigem Obstbau erzeugen aktuell in der Region eine Apfelmenge von etwa 250.000 t pro Jahr. Zu diesen Erzeugern gehört auch Martin Nüberlin. Im Bodenseegebiet wachsen über 100 verschiedene Apfelsorten, davon sind etwa 20 Sorten für die Vermarktung als Speiseapfel von besonderer Bedeutung. Durch die gute Haltbarkeit der Lagersorten lassen sich das ganze Jahr über die Äpfel mit dem Siegel „Obst vom Bodensee“ genießen.
Das Knoblauchsland ist eines der größten zusammenhängenden Anbaugebiete Bayerns. Es liegt im Städtedreieck zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen und verfügt über eine Anbaufläche von ca. 1.900 Hektar Freiland sowie ca. 95 Hektar Unterglasanbau. Vor allem die leichten Sandböden ermöglichen lange Anbauzeiten und bieten bei optimalem Klima und gezielter Bewässerung ideale Voraussetzungen. „Die leichten Sandböden ermöglichen lange Anbauzeiten“, weiß Gemüsebauer Peter Höfler.
Bäuerliche Familienbetriebe, wie der der Höflers, kennzeichnen die Agrarwirtschaft im Knoblauchsland, wobei die durchschnittliche Betriebsgröße bei etwa 15 Hektar liegt. Den Namen hat das Gebiet in Franken bekommen, weil hier früher besonders viele Zwiebeln gezüchtet und von dort in andere Landstriche exportiert wurden. Hinweise auf die Namensherkunft gibt das Wachstafelzinsbuch des Burggrafentums Nürnberg von 1425.
Knapp 600 Jahre später sind Zwiebeln, Knoblauch und Lauch hier zwar immer noch vertreten, der Gemüseanbau hat sich inzwischen jedoch vervielfältigt. Sowohl in Treibhäusern als auch im Freiland werden hier ebenso Blumen, Gurken, Paprika, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Spinat, Tabak, Wirsing, Zucchini, Auberginen, Tomaten, zahlreiche Salatsorten und vor allem der beliebte Spargel angebaut. Die Entwicklung und Veränderung des Anbaues ging mit der Begründung des Wasserverbandes Knoblauchsland einher, der für die Beregnung der Anbauflächen sorgt.
Durch seine Lage im äußersten Norden Bayerns wird der Frankenwald auch als die „grüne Krone Bayerns“ bezeichnet. Das Mittelgebirge im Nordosten von Franken grenzt direkt an Thüringen und ist die Fortsetzung des Thüringer Waldes.rnWie der Name vermuten lässt, ist der Frankenwald vor allem ein sehr waldreiches Gebiet. Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts fast der komplette ursprüngliche Bestand an Rotbuchen und Tannen abgeholzt worden war, wurden schnellwachsende Fichten gepflanzt, die auch heute noch die Erscheinung des Frankenwaldes prägen. Der Waldanteil liegt heute im Landkreis Kronach bei fast 60 Prozent, manche Gemeinden verfügen gar über einen Waldanteil von bis zu 80 Prozent.
Über insgesamt 2.400 Quadratkilometer erstreckt sich die beliebte Urlaubs- und Ausflugsregion, die sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp entwickelt hat. Zwischen der bayerischen Landeshauptstadt München, dem Auto-Mekka Ingolstadt und dem Universitätsstädtchen Regensburg gelegen, ist die vielseitige Gegend nicht zuletzt dank ihrer historischen Sehenswürdigkeiten und der abwechslungsreichen Aktivitäten ein ideales Ausflugsziel. Besondere Attraktion und wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle ist der Hopfen, der auf insgesamt 16.310 Hektar der Region angebaut wird. Dabei handelt es sich um das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt – nicht nur für deutsche Biergenießer ein wahres Paradies. Auch im Ausland, sogar in weit entfernten Ländern wie Russland, Japan und den USA sind der Hallertauer Hopfen und seine beachtliche Sortenvielfalt bekannt und begehrt.
Im Wesentlichen gehören zur Region Franken die Regierungsbezirke Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken, der nordöstliche Bereich der Region Heilbronn-Franken (Taubertal) in Baden-Württemberg sowie Südthüringen und kleinere Teile Hessens. Offiziell abgegrenzt ist das Gebiet jedoch nicht, vielmehr lässt es sich an kulturellen und sprachlichen Eigenheiten festmachen. Wer ein echter Franke ist, weiß schon, dass er zu den rund fünf Millionen Auserwählten gehört – und kann sich glücklich schätzen. Während Oberfranken vor allem durch seine vielen Brauereien bekannt ist, wächst in Mittel-, vor allem aber in Unterfranken der Wein.rnDie Lebensqualität in Franken gilt als ausgezeichnet: Die Stadt Nürnberg kam wiederholt unter die Top 25 Städte mit der besten Lebensqualität weltweit. Kultur- und Weinfreunde schätzen Würzburg als Stadt der Forschung, Hochkultur und des Barocks. Im Herzen des fränkischen Weinlands gelegen, zieht die Perle am Main jedes Jahr Millionen Touristen an, die bei einer Führung die Stadt erkunden und den Besuch nicht selten mit einem berühmten Brückenschoppen abschließen.
Die rund 1.500 Quadratkilometer große Rhön liegt exakt im Grenzbereich der Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen. Sie liegt in der Mitte Deutschlands und ist auch im Hinblick auf ihre Höhe ein klassisches Mittelgebirge. Einst erhoben sich hier eindrucksvolle Berge aus vulkanischem Gestein. Der vulkanische Ursprung des Höhenzugs ist vielerorts noch heute sicht- und erlebbar. Durch Erosion hat die Rhön mittlerweile aber einen Großteil ihrer Imposanz eingebüßt. Die Wasserkuppe stellt mit 950 Metern ü. NN die größte Erhebung dar. Der Berg mit der markanten Wetterstation ist zudem der höchste Gipfel Hessens und ein beliebtes Ausflugsziel.
Die ersten Hinweise auf den Spargelanbau in der Region Schrobenhausen stammen aus den 1850er-Jahren. Damals belieferte der Graf von Sandizell die herrschaftlichen Häuser Münchens sowie das bayerische Königshaus mit dem weißen Gemüse. Im Jahr 1913 begann mit dem Spargelbauer Christian Schadt schließlich der großflächige Anbau in der Region. Schadt pflanzte Spargel auf 1,33 Hektar an und blieb bis Anfang der 1920er-Jahre alleiniger Anbauer in dem Gebiet. 1939 wurde in sieben Gemeinden auf ca. 25 Hektar Spargel angebaut, aktuell sind es erstmals mehr als 3.000 Hektar Anbaufläche. Damit hat die Region Schrobenhausen einen entscheidenden Anteil daran, dass sich der Spargel inzwischen zur bedeutendsten Gemüsekultur im Freistaat entwickelt hat.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.