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Holz aus bayerischen Wäldern

Wälder sind die artenreichsten und produktivsten Lebensräume der Erde. Ihr komplexes Ökosystem reguliert das Klima und sorgt für sauberes Trinkwasser und gesunde Luft. Der Wald bietet den Menschen Erholung und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Zudem ist er Lieferant des nachwachsenden und klimaschonenden Rohstoffs Holz. Als Ökosystem, Naturraum, Wirtschaftsfaktor und Arbeitsplatz spielt der Wald auch in Bayern eine wichtige Rolle. Mit über 2,6 Millionen Hektar ist mehr als ein Drittel der Fläche Bayerns bewaldet, und täglich wird es mehr. 


Wem gehört der Wald in Bayern?

© BaySF

Auch wenn der Wald frei zugänglich ist, stehen hinter den Wäldern ganz unterschiedliche Besitzer.

56 Prozent der Waldfläche gehören rund 700.000 privaten Waldbesitzern. Zum Privatwald zählen in Bayern auch die Liegenschaften der katholischen und evangelischen Kirche, zahlreicher Stiftungen oder Waldgemeinschaften.
Rund 30 Prozent der Waldfläche befinden sich im Eigentum des Freistaats. Die Bewirtschaftung erfolgt durch die Bayerischen Staatsforsten (Anstalt des öffentlichen Rechts AöR). Damit ist Bayern einer der größten Waldbesitzer in Europa. Auch Städte und Gemeinden besitzen in Bayern Wald, genauer: rund 14 Prozent der Waldfläche.


Der bayerische Privatwald ist durch die Familienforstwirtschaft geprägt. Wie in keinem anderen Wirtschaftszweig wird hier der Generationenvertrag gelebt. So auch bei Forstwirt Johann Killer aus Sauerlach.
Um den Wald optimal bewirtschaften zu können, haben sich viele Waldbesitzer zu Waldbesitzervereinigungen oder Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen. Diese Vereine haben Fachpersonal angestellt und unterstützen die Privatwaldbesitzer bei der Bewirtschaftung und dem Schutz ihrer Wälder und beim Holzverkauf.
Ein Verzeichnis der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gibt es hier.

Gesunde Mischung

In Bayerns Wäldern wachsen derzeit rund 62 verschiedene Baumarten. Die Nadelbaumarten erreichen Höhen bis zu 50 Metern. Laubbäume sind mit bis zu 40 Metern Höhe um einiges „kleiner“. Waldbäume werden je nach Baumart, Standort und Qualität zwischen 80 und 180 Jahre alt, bevor sie geerntet werden und als Holz für uns zur Verfügung stehen. Die Holzernte ist ein wichtiger Bestandteil zur Pflege der Bestände und zum Erhalt zukunftsfähiger Wälder. Denn nur, wenn alte, reife Bäume entnommen werden, gibt es ausreichend Platz für junge Bäume.
Stabile Wälder sind aus mehreren Baumarten in unterschiedlicher Mischung aufgebaut. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels stehen Bayerns Forstwirte derzeit vor großen Herausforderungen. Bei der Aufforstung müssen sie die richtige Wahl treffen, um Bayerns Wälder vor Dürre, Hitze, Sturm und Schädlingen optimal zu schützen.


Artenvielfalt

Um mehr über die verschiedenen Baumarten zu erfahren, einfach auf das entsprechende Bild klicken.



Vom Streichholz bis zum Dachstuhl

© proHolz Bayern / Robert Götzfried

Jede Sekunde wächst in den Wäldern des Freistaats das Volumen von einem Kubikmeter Holz. So „wächst“ ein Dachstuhl in nur acht Sekunden. Und für ein Holzhaus braucht der bayerische Wald gerade mal eine Minute.
Holz ist ein natürlicher Rohstoff mit schier unbegrenzten Möglichkeiten. Aus dem Bau- und Werkstoff Holz werden Häuser gebaut und Dachstühle gezimmert. Aus Buche, Fichte oder Eiche werden Möbel, Spielzeug und Musikinstrumente gefertigt oder Streichhölzer und Zahnstocher geschnitzt. Der Zellstoff für Papier und Taschentücher wird aus entrindetem geschnitzeltem Holz hergestellt und aus Buchenholz entsteht Viskose. Im Rahmen der neuen Bioökonomie entwickeln Wissenschaft und Forschung täglich neue Einsatzzwecke: von innovativen Bauprodukten bis hin zur Chemie und Medizin. Nähere Infos finden Sie hier.

Beitrag zum Klimaschutz

© proHolz Bayern / Robert Götzfried

Die Forst- und Holzwirtschaft bindet über die Wälder und die Holzprodukte fast die Hälfte der CO2-Emissionen Bayerns. So sind nachhaltige naturnahe Forstwirtschaft und Holznutzung gelebter Klimaschutz. Die Fähigkeit, ständig nachzuwachsen und dabei fortwährend Kohlendioxid (CO2) zu speichern, macht Holz zu einem einzigartigen Rohstoff. Der Wald verwandelt das klimaschädliche Gas durch die natürliche Photosynthese in wertvolles Holz und lebensspendenden Sauerstoff. Im Bau- und Werkstoff Holz ist CO2 langfristig gebunden. Holz kann bereits heute viele energieintensiv hergestellte Baustoffe, Rohstoffe und Energieträger ersetzen. Pro Sekunde wächst in Bayern ein Kubikmeter Holz nach, der eine Tonne des Klimakillers CO2 bindet.
Holz ist ein CO2-neutraler Energielieferant. Bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie das Holz zuvor gespeichert hat. Ob als Pelletheizung, Hackschnitzelfeuerung oder knisternde Wärme im Kamin: Besonders im Zusammenspiel mit moderner Heiztechnik kann Holz auch durch Effizienz punkten.
In Bayern werden pro Jahr etwa 18 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen und verkauft. Bei einem jährlichen Zuwachs von 33 Millionen Kubikmetern liegt der Einschlag deutlich unter dem Zuwachs.
Jedoch entstehen immer mehr Schäden in den Wäldern durch klimatische Veränderungen wie Trockenheit, Sturm, Schneebruch und durch den Borkenkäfer. Das „Schadholz“, dass in Bayern dadurch anfällt wird für 2019 auf rund zehn Millionen Festmeter geschätzt. Für die Forstwirtschaft ist es ein langer und kniffeliger Weg, diese Schäden wieder aufzuforsten und gleichzeitig in Zukunft stabiler dazustehen.
Der Verbraucher kann selbst einen Beitrag für den Klimaschutz leisten, indem er heimisches Holz nutzt und beim Einkauf von Holzmöbeln und sonstigen Holzprodukten auf Regionalität achtet. Das macht aufwändige, umweltbelastende Importe überflüssig und jeder einzelne leistet so seinen Beitrag zum Klimaschutz und Fortbestand unserer Wälder.

Das PEFC-Siegel: unabhängig und global

PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und damit ein weltweiter „Wald-TÜV“. PEFC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“.
Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC basiert auf sehr strengen Richtlinien. Trägt ein Produkt aus Holz das PEFC-Siegel, dann heißt das: Die gesamte Produktherstellung – vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt – ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter kontrolliert.
In Bayern sind 82% des Waldbestandes PEFC-Zertifiziert. Damit ist PEFC in Deutschland die größte unabhängige Institution für die Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung – und gleichzeitig die bedeutendste Waldschutzorganisation. Darüber hinaus hat sich PEFC erfolgreich zu einer globalen Organisation entwickelt. Heute werden auf der ganzen Welt bereits mehr als 300 Millionen Hektar Wald nach diesen Standards bewirtschaftet. Hunderttausende von Forstbetrieben gehören dazu.
Weitere Informationen zum PEFC-Siegel

Ein ganz besonderer Baum: Der Christbaum

Spätestens Anfang Dezember stellen sich Millionen Haushalte dieselbe Frage: Wo kaufen wir eigentlich in diesem Jahr unseren Christbaum? Schließlich gibt es an allen Ecken Verkaufsstände, die Preise gehen zum Teil allerdings recht weit auseinander. Welches sind also die Unterschiede, in qualitativer und auch in ökologischer Hinsicht? Um diese Entscheidung zu erleichtern, gibt es seit 2011 den Verein Bayerische Christbaumanbauer e.V.. Sein Ziel ist es, die Verbraucher über die Vorzüge des heimischen Naturbaums zu informieren, Qualitätsstandards zu definieren und zu sichern sowie bayernweit einen umweltfreundlichen Weihnachtsbaum- und Schnittgrünanbau zu fördern.

Richtiges Verhalten im Wald

© proHolz Bayern / Robert Götzfried

Im Wald darf nur auf geeigneten Wegen Rad und Mountainbike gefahren werden und dies auch nur, wenn es nicht durch amtliche Verkehrszeichen untersagt ist. Radfahrer müssen dabei auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Absolutes Fahrverbot gilt abseits befestigter oder ausgezeichneter Wege.
Das Erholungsgebiet und Ökosystem Wald darf mit Autos oder Motorrädern nicht befahren werden. Eine Ausnahme gilt hier nur für Waldbesitzer und Forstbedienstete. Private Fahrzeuge müssen auf gekennzeichneten Parkplätzen abgestellt werden.
Wer seinen Müll im Wald zurücklässt, verunreinigt das Grundwasser und gefährdet die Tiere. Das Wild kann sich zum Beispiel an Glasscherben oder Blechbüchsen verletzen und an Plastikteilen verenden. Verdorbene Essensreste oder Hausmüll können bei den Wildtieren ebenfalls große Schäden anrichten.
Keinesfalls dürfen Pflanzen direkt beschädigt werden. Ein geschnitztes Herz als Liebesbeweis oder Initialen in der Rinde können für einen Baum tödlich sein, denn Krankheitserreger und Schädlinge haben auf diese Weise freies Spiel. Streng verboten ist das Fällen von Bäumen oder Abschneiden von Ästen! Hingegen dürfen kleine Mengen an Holz für den Eigengebrauch vom Waldboden aufgesammelt werden. Empfindliche Forstflächen und Forstkulturen (Schonungen) dürfen nicht betreten werden. Oft informieren entsprechende Hinweisschilder Ausflügler, Wanderer oder Pilzsucher. In vielen Bundesländern ist das Rauchen im Wald vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten. Auch gilt im Wald ein striktes Grillverbot. Wer in freier Natur grillen möchte, muss zum Waldrand einen Mindestabstand von 100 Metern einhalten.
Geocaching, die moderne Schnitzeljagd, darf nicht zu Schäden im Wald führen. Das Suchen der Schätze ist zwar nicht grundsätzlich verboten. Dennoch erfordert das Verstecken die Zustimmung des jeweiligen Grundeigentümers.
Mehr dazu finden Sie hier.