Honig aus Bayern

Honig ist ein wertvolles natürliches Lebensmittel, das in einem natürlichen Prozess von Honigbienen erzeugt wird. Bienen produzieren allerdings erst dann Honig, wenn sie ein Überangebot an Nektar vorfinden. Dann wird der Nektar nämlich zur Bevorratung eingelagert. Und erst dann wird daraus Honig.
Die Ausgangsstoffe für die Honigentstehung sind Blütennektar und Honigtau (= zuckerhaltige Ausscheidungsprodukte von Insekten). Sie werden von bestimmten Arbeiterbienen gesammelt. Diese nehmen die Zuckersäfte mit ihrem Rüssel auf und lagern sie in der so genannten Honigblase. In der Honigblase, die auch Honigmagen genannt wird, wird der Pflanzensaft durch die zugesetzten Enzyme in eine frühe Form von unreifem Honig umgewandelt. Wenn die Sammelbienen wieder im Bienenstock ankommen, geben sie dort den unfertigen Honig an Stockbienen weiter, die ihn im Laufe der Zeit mehrfach transportieren (umtragen) und erneut körpereigene Enzyme zusetzen, indem sie ihn in ihren Körper aufnehmen und wieder abgeben. Der Saft verändert sich so immer weiter bis hin zum fertigen Honig.

Das Honigschleudern

Sind die Waben geschlossen, im Fachjargon „verdeckelt“, weiß der Imker, dass der Honig reif ist. Vorsichtig entfernt er die gefüllten Honigwaben aus dem Stock und entfernt die Wachsdeckel. Anschließend kommen die Waben in eine Honigschleuder, die sich so schnell dreht, dass der Honig abfließt. Danach wird der Honig gesiebt, um alle Wachsrückstände zu entfernen. Der Imker rührt den Honig einige Tage bis Wochen regelmäßig um und füllt ihn schließlich in Gläser ab.

Als Nahrungsmittel erfreut sich Honig konstanter Beliebtheit – deshalb ist die Imkerei in Bayern ein attraktiver Erwerbszweig. Bayerische Imkerinnen und Imker halten im Durchschnitt sieben Bienenvölker als Freizeitbeschäftigung beziehungsweise im Nebenerwerb. Berufsimkerei im Vollerwerb ist hingegen nur wenigen spezialisierten Betrieben möglich. Da die Honigbiene durch Umwelteinflüsse stark bedroht ist, aber unerlässlich zur Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen ist, fördert der Freistaat Bayern die Imkerei durch verschiedene Maßnahmen, unter anderem durch die Aus- und Fortbildung der Imker.

Sorgsamer Umgang

Honig besteht im Wesentlichen aus verschiedenen Zuckerarten. Insbesondere aus Fructose ca. 38% und Glucose ca. 31% sowie aus organischen Säuren, Enzymen und festen Partikeln, die die Bienen beim Nektarsammeln aufnehmen. Die restlichen ca. 17 Prozent sind Wasser.Je nach Sorte variieren die Anteile an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Enzymen, organische Säuren und sekundären Pflanzenstoffen. Wer die wertvollen Inhaltsstoffe von Honig erhalten will, sollte ihn am besten unerhitzt verwenden. Löst man ihn in heißer Milch oder Tee, können die empfindlichen Stoffe schon zerstört werden – also lieber nur lauwarme Flüssigkeiten verwenden. Am besten lagert man Honig bei Raumtemperatur.  Säuglinge unter zwölf Monaten sollten noch keinen Honig erhalten, denn als unverarbeitetes rohes Naturprodukt kann der Honig sogenannte Clostridium botulinum Bakterien enthalten. Für die Darmflora eines Erwachsenen kein Problem, Säuglinge jedoch haben eine noch unvollständig entwickelte Darmflora und sind daher durch mögliche Infektionen stärker gefährdet. 


Neben anderen Bienenprodukten wird Honig seit Jahrtausenden auch als Hausmittel geschätzt, wobei vor allem seine antiseptische, konservierende und entzündungshemmende Wirkung bekannt sind. Honige unterscheidet man nach der Herkunft der Rohstoffe, aus denen er entsteht.
Blütenhonig wird der Honig aus dem Blütennektar von Pflanzen genannt. Beliebte heimische Blütenhonige sind zum Beispiel Akazienhonig, Rapshonig, Heidehonig oder Kleehonig.
Waldhonig bezeichnet allgemein Honig aus Honigtau. Das sind zuckerhaltige Ausscheidungen von Insekten, die sich in Tropfenform auf Blättern und Bäumen finden. Wenn die Herkunft nicht überwiegend von einer Pflanzenart stammt, spricht man von Waldhonig. Waldhonig hat einen kräftigen, leicht herben Geschmack und ist von hell- bis dunkelbrauner Farbe. Varianten davon sind der reine Tannenhonig, der überwiegend (min. 60%) von Nadelbäumen stammt, oder Blatthonig, der von Laubbäumen stammt.