Landwirtschaftliche Wanderwege: Auf Erlebnis- und Lehrpfaden die bayerische Kulturlandschaft entdecken

Landwirtschaft hautnah erleben – das ermöglichen zahlreiche Wanderwege in Form von Erlebnis- und Lehrpfaden überall in Bayern. Informationstafeln und Mitmachstationen klären dabei über verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse und deren Entstehung auf. So kann ein Spaziergang genutzt werden, um die Natur und die landwirtschaftliche Vielfalt bewusst wahrzunehmen und näher kennenzulernen.

Nachfolgend haben wir eine Auswahl der schönsten Lehrpfade und Erlebnispfade in Bayern zusammengestellt. Diese sind nach den unterschiedlichen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, über die sie informieren, farblich kategorisiert:

  • Hellgrün = Agrarökologie & Landwirtschaft
  • Dunkelblau = Baumwipfel
  • Gelb = Bienen
  • Rot = Gemüse
  • Rosa = Hopfen
  • Braun = Kartoffel
  • Schwarz = Kräuter
  • Hellblau = Milch
  • Orange = Streuobst
  • Grau = Rebhuhn
  • Dunkelgrün = Wald
  • Lila = Wein

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Tipp: Über das Icon oben links öffnet sich eine Übersicht aller Lehrpfade. Um mehr über einen bestimmten Lehrpfad zu erfahren, einfach auf das jeweilige Symbol auf der Karte klicken.

Nachfolgend stellen wir jeweils beispielhaft Wanderwege in Bayern zu jeder der oben genannten Kategorien vor:


Lehrpfade Agrarökologie & Landwirtschaft

Landwirtschaftsweg Sünching – Aufhausen

Im Juni 2022 wurde der Landwirtschaftsweg von Sünching nach Aufhausen eröffnet, der vom Bayerischen Bauernverband in Zusammenarbeit mit uns und anderen Vereinen und Organisationen errichtet wurde. Er besteht aus 11 Tafeln, die entlang des Pilgerwegs via nova aufgebaut wurden. Auf den Schildern werden die angebauten Früchte in der Region sowie Informationen zu den Themen „Boden und Klimawandel“ und „Unsere Tiere fühlen sich wohl“ vorgestellt.
Abgerundet wird die Reihe mit der Darstellung der grünen Berufe und der Vielfalt in unserer Heimat. Mittels QR-Code können die Besucher:innen des Landwirtschaftsweges direkt Informationen und Kurzfilme von unserer Website abrufen.

 



Agrarökologischer Lehrpfad Schwarzenau

Wie lässt sich die moderne Landwirtschaft mit Boden- und Gewässerschutz sowie dem Schutz der Artenvielfalt unter einen Hut bringen? Mit diesem Thema beschäftigt sich der 1,5 km lange agrarökologische Lehrpfad in Schwarzenau. Vorbei an Obstbäumen, Wiesen und Wäldern führt der Weg den Besucher nicht nur durch die Landschaft, sondern auch durch die verschiedenen Gebiete der Landwirtschaft. 17 Infotafeln zeigen, wie eine umweltbewusste Agrarwirtschaft aussehen kann.

© Gemeinde Samerberg

Der Samerberg

Der Samerberg liegt in der Freizeitregion Chiemsee-Alpenland. Hier können Wanderer die Bedeutung der lokalen Landwirtschaft erleben. Landwirte, die Gemeinde, landwirtschaftliche Organisationen und heimische Handwerksbetriebe haben sich zusammengeschlossen, um mit viel Liebe und freiwilliger Arbeit zwei Themenwege zu erschließen.

Weg der Landwirtschaft Herrsching

„Gemeinsam Wege gehen“ – unter diesem Motto steht der Herrschinger Weg der Landwirtschaft rund um das Haus der bayerischen Landwirtschaft. Auf 20 Infotafeln wird Wissen zur Landwirtschaft vermittelt, werden Hintergründe beleuchtet und der Bogen von der nachhaltigen regionalen Versorgung bis hin zum Thema Welternährung gespannt. Ziel ist, hier rund um das Seminar- und Tagungshaus Menschen zu informieren und ins Gespräch zu bringen.

Das LEADER-Projekt wird begleitet durch die Lokale Aktionsgruppe Ammersee und gefördert durch das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), sowie mitfinanziert durch den Freistaat Bayern im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Bayern 2014-2022.


Baumwipfelpfade

Auf eigens angelegten Pfaden hoch in der Luft genießt man eine unglaubliche Aussicht und betrachtet die Welt aus ganz neuen Perspektiven. Der Baumwipfelpfad in Neuschönau ist mit seinen 1,3 Kilometern der längste der Welt. An so genannten Lehrstationen in bis zu 25 Metern Höhe bekommt man faszinierendes Wissen über den Wald vermittelt. Zudem gibt es acht Wackelbrücken und Balancierbalken, die den Weg abwechslungsreich und aufregend gestalten – schwindelfrei sollte man schon sein. Weitere Baumwipfelpfade gibt es in Sankt Englmar, in Scheidegg im Allgäu, in Ziegelwies bei Füssen oder im Steigerwald in Ebrach.

Lehrpfade Bienen

Sie gibt uns nicht nur Honig: die Biene. Ohne die Bestäubung der Pflanzen durch das fleißige Insekt könnten viele Pflanzen und landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Obst und Raps überhaupt nicht erzeugt werden. Spezielle Lehrpfade ermöglichen einen Einblick in die Welt der heimischen Insekten. So beispielsweise der Bienenerlebnisweg in Freyung, bei dem ein erfahrener Imker Einblicke zeigt, wie eine moderne Imkerei aussieht. Im Laufe von zehn Stationen, verteilt auf rund 2,5 Kilometer Länge, erschließen sich den Teilnehmern viele Geheimnisse rund um den Bienen-Staat. Führungen gibt es immer mittwochs, von Anfang Mai bis Anfang November.

Lehrpfade Gemüse

Gemüse existiert in allen erdenklichen Farben und Formen – und fast alle Sorten findet man auch bei uns in Bayern. Um mehr über unser heimisches Gemüse zu erfahren, kann man sich auf Lehrpfade über Gemüse begeben. Beispielsweise auf den Gemüse-Rundweg in Sennfeld. Der abwechslungsreiche Pfad hat eine Länge von 2,3 Kilometer und führt rund um die bestellten Felder. Infotafeln und ein Marktstand erklären zum Beispiel Salatsorten, Gemüsearten, Erntezeitpunkte und vermitteln eine perfekte Wissens-Basis für den nächsten Einkauf. Auch Wiederkommen lohnt sich, da je nach Saison immer wieder andere Gemüsesorten in den Fokus gerückt werden. Besser kann man keine Lanze für regionales Gemüse brechen!

Lehrpfade Hopfen & Bier

© The Sour Cherry Werbeagentur, Jörg Rudloff.

Überall im Freistaat gibt es Wanderwege, die zugleich über Heimat, Land und Leute informieren. Einer davon, der Hopfenlehrpfad in Tettenwang, nimmt ein ganz besonders Kulturgut ins Visier: das Bier. Der 7,5 Kilometer lange Wanderweg mit seinen zahlreichen Info-Tafeln verläuft durch das Hopfenanbaugebiet Jura-Altmannstein, das zum weltgrößten Hopfenanbaugebiet Hallertau gehört. Wer noch mehr über die Herstellung von Bier wissen will, kann sich auch in Mainburg auf den 15,2 Kilometer langen Erlebnispfad Hopfen & Bier begeben. Hier wandert man malerisch an sieben Meter hohen Hopfengärten, idyllischen Wäldern und duftenden Obstgärten vorbei.
Besonders bekannt sind auch die Biertouren, die Fans des Gerstensaftes von Brauerei zu Brauerei leiten. Dabei kann man die Vielfalt der bayerischen Biere nach Herzenslust erkunden. Zum Beispiel kann man von Pegnitz nach Pottenstein (etwa 28 Kilometer) wandern und unterwegs bei der Einkehr das ein oder andere Bier probieren.

Lehrpfade Kartoffel

Die gute alte Kartoffelknolle ist ein Grundnahrungsmittel in Bayern. Auf Lehrpfaden wie in Kirchenlamitz, auf dem das Maskottchen „Knolli“ Jung und Alt auf einem Lehrpfad durch Oberfrankens ältestes Kartoffelanbaugebiet begleitet, kann man mehr über die Kartoffel erfahren. Auf einem Rundweg von 11,5 oder 7,5 Kilometern Länge entdecken die Besucher auf acht Infotafeln Interessantes und Wissenswertes rund um das populäre Nachtschattengewächs. Durch die drei „Kartoffeldörfer“ Reicholdsgrün, Großschloppen und Raumetengrün führt der Pfad die Wanderer – immer der Geschichte, dem Anbau und den Sorten der Hackfrucht auf der Spur.

Kräuterwanderungen

Auf Kräuterwanderungen gibt es im Gegensatz zu Themenwanderwegen und Lehrpfaden keine vorgeschriebenen Wege. Vielmehr wird die Wanderung von einer/m erfahrenen Kräuterführer/in geleitet, die die Teilnehmer in die Welt der Kräuter einführt. Überall im Wald, auf Wiesen und selbst in der Stadt gibt es essbare und heilende Pflanzen zu entdecken. Kräuterwanderungen werden in ganz Bayern angeboten, so beispielsweise der Kräuterlehrpfad in Schwebheim. Dieser zeigt, dass nicht alles, was am Wegesrand wächst, Unkraut ist. Wer daran teilnimmt, sieht seine Umwelt wieder mit ganz anderen Augen – und bald landen längst vergessene Kräuter auf dem eigenen Teller. 


Lehrpfade Milch

In keinem Bundesland in Deutschland wird so viel Milch produziert wie in Bayern. Warum also nicht auf einer gemütlichen Wanderung mehr über das weiße Gold erfahren? So zum Beispiel auf dem 4,2 Kilometer langen Pfaffenwinkler Milchweg, auf dem die Besucher zehn Erlebnisstationen entdecken können. Mit dabei: ein Riesen-Memory und eine Plastikkuh zum Melken. Kinder und Erwachsene erhalten hier Antworten auf Fragen wie: „Wie kommen die Löcher in den Käse?“, „Was frisst eine Kuh?“ und „Wie setzt sich der Milchpreis zusammen?“

Lehrpfade Streuobst

Äpfel, Birnen, Pflaumen – in ganz Bayern gibt es Streuobstwiesen, auf denen die unterschiedlichsten Steinobstsorten gedeihen. Auf zugehörigen Streuobstlehrpfaden lässt sich die Vielfalt der heimischen Obstsorten mit viel Spaß erkunden. Zum Beispiel auf dem Streuobst-Erlebnisweg von Markt Willanzheim. Er entstand auf Anregung der Bürger, um den vorhandenen Streuobstgürtel aufzuwerten und zu erhalten. Ziel des Weges ist es, Kindern, Schulklassen, Familien und Interessierten das umfangreiche Themenfeld Streuobst erlebbar zu machen. Auf 2 Kilometern wurden sechs Aktionsplätze zum Mitmachen angelegt. Das Ganze kann auch mit Geocaching, einer Art modernen Schnitzeljagd, erkundet werden. Auch im unterfränkischen Hausen gibt es einen Lehrpfad. Auf ihm erfährt man alles über die 50 heimischen Streuobstsorten.

Lehrpfad Rebhuhn

© taennesberg.de

Das Rebhuhn steht, wie kaum eine andere Art, für vielfältige und kleinstrukturierte Ackerfluren. Es braucht offene, trockene und warme Standorte mit guten Versteckmöglichkeiten. Magere Säume und Feldraine sowie Stoppelfelder und Bereiche, die nicht beerntet und über den Winter stehen bleiben.

In mehreren Projekten wurde seit 1999 auf ca. 2.000 ha in den Gemeinden Tännesberg und Gleiritsch eine abwechslungsreiche Feldflur aus Hecken, Gehölze, Säume und Raine geschaffen, die Deckung und Nahrung für die Feldbewohner bietet. Auf den „Rebhuhnfeldern“ werden alte Getreide- und Kartoffelsorten ohne Pflanzenschutzmittel und ohne Dünger angebaut.

Der Rebhuhnweg ist 2,5 km lang und führt Sie durch diese Landschaft. Er zeigt Ihnen in ungefähr 1 Stunde alles Wissenswerte rund um das Rebhuhn. Folgen Sie der Rebhuhn-Markierung ausgehend vom Marktplatz!

(Text: taennesberg.de)

Lehrpfade Wald

Auf Waldlehrpfaden erfahren interessierte Wanderer viel über heimische Tier- und Pflanzenarten.
In Denklingen kann man auf einem Waldlehrpfad von 4 Kilometern Tafeln mit Aufgaben erkunden, die das Ökosystem Wald verständlich machen. Auch im Freisinger Forst bei München gibt es einen Walderlebnispfad mit Info- und Klapptafeln an insgesamt 23 Stationen. Auf der 2 Kilometer langen Strecke warten ein Waldlabyrinth, ein Barfußweg und ein Baumtelefon auf kleine und große Wald-Entdecker.

Weinwanderungen

Überall in Franken, der Weinregion Bayerns, finden zur Weinsaison so genannte Weinwanderungen statt. Die Besucher marschieren mit einem Gläschen um den Hals durch die Weinberge, machen an bestimmten Verkostungsstellen Halt, genießen einen guten Schluck und erfahren nebenbei jede Menge rund um Wein-Ökologie, Önologie, Lagen, Reben & Co.  Vom Weigenheimer Kapelberg bis nach Neuzenheim kann man jedoch das ganze Jahr über die Weinberge wandern.

Die 21 Kilometer lange Genussroute führt an einem Weingut und einem Naturschutzgebiet vorbei. Und weil eine Weinwanderung schlecht ohne Wein auskommt, können Wanderer jederzeit auf ein Gläschen in den verschiedenen Weinorten entlang der Strecke einkehren.


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