„Was einer nicht schafft,das schaffen viele“
meine Volksbank Raiffeisenbank eG im Interview
Michael Mitterer, Vorstand meine Volksbank Raiffeisenbank eG
Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch gründeten im 19. Jahrhundert die Kredit- bzw. Darlehenskassenvereine als Vorläufer der heutigen Genossenschaftsbanken. Ihr klares Ziel war es, Bäuerinnen, Bauern und die ländliche Bevölkerung zu unterstützen. Die Basis dafür war die genossenschaftliche Idee: Die Gemeinschaft hilft dem Einzelnen, sich selbst zu helfen. Getreu dem Motto „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ trägt die meine Volksbank Raiffeisenbank eG dieses Erbe bis heute nicht nur im Namen, sondern auch in ihrem Handeln und in ihrer DNA.
Andreas Gasteiger, Agrardirektor meine Volksbank Raiffeisenbank eG
Mit spezialisierten Agrarkundenberaterinnen und -beratern begleitet sie landwirtschaftliche Betriebe von der Inn-Salzach-Region über den Chiemgau bis nach München und darüber hinaus, und zwar persönlich, nah und individuell. Als neuer Sponsor unseres Vereins unterstreicht die Regionalbank mit Hauptsitz in Rosenheim ihre Verbundenheit mit der heimischen Landwirtschaft.
Wir haben Vorstand Michael Mitterer und Agrardirektor Andreas Gasteiger gefragt, was diese Partnerschaft für die Bank bedeutet und was eine Genossenschaftsbank mit landwirtschaftlichen Wurzeln heute für die Landwirtschaft von morgen leisten kann.
Die meine Volksbank Raiffeisenbank eG hat genossenschaftliche Wurzeln, die ursprünglich aus der Idee entstanden, landwirtschaftliche Betriebe zu stärken. Wie lebendig ist diese Verbindung zur Landwirtschaft heute noch in Ihrer Bank?
Michael Mitterer: Die genossenschaftliche Idee und die daraus resultierende enge Verbindung mit der Landwirtschaft in unserer Region werden in unserer Bank auch heute noch gelebt. Für viele landwirtschaftliche Betriebe sind wir seit mehreren Generationen nicht nur Finanzpartner, sondern auch vertrauensvoller Wegbegleiter. Wir kennen die Landwirtschaft und ihre Herausforderungen ebenso wie die Menschen und Höfe in unserer Region und legen Wert auf Nähe und individuelle Beratung. Die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere Bank wird auch durch unseren jährlichen Landwirtschaftstag deutlich. Seit vielen Jahren bieten wir unseren Kundinnen und Kunden bei dieser Veranstaltung eine Plattform, um sich zu informieren, zu vernetzen und in den persönlichen Austausch zu treten. Die Landwirtschaft war einst der Ursprung für die genossenschaftliche Idee und ist bis heute eine tragende Säule unserer Bank.
Die meine Volksbank Raiffeisenbank eG hat eigene Agrarkundenberaterinnen und -berater in der Region. Welche Themen beschäftigen Ihre bäuerliche Kundschaft gerade am meisten? Und wie helfen Sie, konkrete Lösungen zu finden?
Andreas Gasteiger: Digitalisierung, Nachhaltigkeitsziele, Kostensteigerungen und Preisunsicherheit sind nur ein paar der Einflussfaktoren, die derzeit zu einem tiefgreifenden Wandel in der Landwirtschaft führen. Daraus resultierende Investitionsentscheidungen rund um Tierwohl, erneuerbare Energien oder die Einführung neuer Technologien beschäftigen unsere Kundinnen und Kunden ebenso wie die Planung der Nachfolge, um die Zukunftsfähigkeit ihrer oft familiengeführten Betriebe zu sichern. Hier stehen ihnen unsere Agrarkundenberaterinnen und -berater zur Seite – mit Finanzexpertise, aber auch mit einem tiefen Verständnis für die Landwirtschaft, denn viele unserer Beraterinnen und Berater haben selbst einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die zur individuellen Situation und Zielsetzung des jeweiligen Betriebs passen.
Landwirtschaftliche Betriebe stehen vor enormen Investitionen – ob Stallbau, neue Technik oder der Umstieg auf Ökolandbau. Wie begleitet die meine Volksbank Raiffeisenbank eG die Betriebe bei solchen Zukunftsentscheidungen?
Andreas Gasteiger: Derartige Zukunftsentscheidungen beeinflussen die langfristige Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe und gehen mit tiefgreifenden Veränderungen einher. Aus diesem Grund beginnt unsere Arbeit nicht erst bei der Beratung zur Finanzierung, sondern bereits davor: Wir betrachten gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden das gesamte Investitionsvorhaben – die individuelle Ausgangslage und die Liquiditätsplanung ebenso wie potenzielle Fördermittel und Zuschüsse. Danach erstellen wir ein maßgeschneidertes, wirtschaftlich tragfähiges Finanzkonzept, das gleichzeitig auch weiterhin Flexibilität für die Zukunft ermöglicht.
Bei Ihnen als Genossenschaftsbank sind Ihre Kundinnen und Kunden gleichzeitig Ihre Mitglieder. Welche besondere Verantwortung ergibt sich daraus gegenüber den landwirtschaftlichen Betrieben in Ihrer Region?
Michael Mitterer: Unsere Bank gehört unseren Mitgliedern. Daraus resultiert unsere tiefe Verwurzelung in der Region, aber auch unser soziales Engagement und unser Fokus auf langfristige, persönliche Kundenbeziehungen. Damit stehen wir für Nähe, Menschlichkeit und Planungssicherheit auch in unsicheren gesamtwirtschaftlichen Zeiten. Unser Ziel ist es stets, die Wertschöpfung in unserer Heimatregion langfristig zu sichern. Die besondere Verantwortung, ein starker Partner für die Landwirtschaft zu sein, ergibt sich daher nicht nur aufgrund unserer genossenschaftlichen Wurzeln, sondern auch durch die zentrale Bedeutung der landwirtschaftlichen Betriebe für unsere heimische Wirtschaft. Eine regionale Bank, die die Landwirtschaft versteht und den Landwirtinnen und Landwirten als erfahrener Wegbegleiter zur Seite steht, ist ein wichtiger Motor für Innovation, Fortschritt und Wachstum.
Als Genossenschaftsbank denken Sie in Generationen, nicht in Quartalen. Was gibt Ihnen persönlich Zuversicht, wenn Sie an die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft denken?
Andreas Gasteiger: Unsere Landwirtinnen und Landwirte stehen seit jeher für Innovationskraft und unternehmerisches Denken. Mich beeindruckt die Vielzahl der landwirtschaftlichen Familienbetriebe, die durch Zusammenhalt, Mut und Anpassungsfähigkeit seit zahlreichen Generationen erfolgreich ihre Betriebe bewirtschaften. Diese Verbindung aus Tradition und Offenheit für Innovation und neue Technologien bildet aus meiner Sicht eine stabile Basis für eine erfolgreiche Entwicklung der bayerischen Landwirtschaft.
Sie sind sowohl Partner des FC Bayern als auch Sponsor von Unsere Bayerischen Bauern – zwei sehr unterschiedliche Welten auf den ersten Blick. Was verbindet diese beiden Engagements für Sie?
Michael Mitterer: Die Gemeinsamkeiten zwischen Fußball und Landwirtschaft finden sich in dem, was auch in unserer DNA als Genossenschaft steckt: regionale Verwurzelung, Zusammenhalt, Teamgeist und Leistungsbereitschaft. Die bayerische Landwirtschaft, ebenso wie der FC Bayern München, ist zentraler Bestandteil des Lebens vieler Menschen in unserer Region. Mit beiden Engagements erreichen wir unser Ziel, einen Mehrwert für die Menschen in unserer Heimat zu schaffen – sei es durch einzigartige Fan-Erlebnisse oder die Förderung der heimischen Landwirtschaft.
Was verbindet Sie persönlich mit der bayerischen Landwirtschaft?
Michael Mitterer: Als Kind habe ich viel Zeit auf dem Hof meiner Großeltern verbracht und dadurch von klein auf einen tiefen Bezug zur Landwirtschaft entwickelt. Ich kenne aufgrund dieser Kindheitserfahrung und aus dem engen Kontakt unserer Bank zur heimischen Landwirtschaft die Herausforderungen, vor denen Landwirtinnen und Landwirte stehen, und habe großen Respekt vor der harten Arbeit, die sie tagtäglich leisten.
Andreas Gasteiger: Die bayerische Landwirtschaft ist für mich nicht nur ein beruflicher Schwerpunkt, sondern Teil meines eigenen Lebens. Auf unserem Nebenerwerbsbetrieb mit Milchvieh erlebe ich täglich, wie viel Engagement, Leidenschaft und Verantwortung hinter der Erzeugung hochwertiger Lebensmittel stehen. Gleichzeitig begleite ich als Agrarverantwortlicher einer Genossenschaftsbank viele landwirtschaftliche Familienbetriebe in ihrer Entwicklung. Diese Nähe zur Praxis und zu den Menschen macht meine persönliche Verbundenheit mit der bayerischen Landwirtschaft aus.
Ergänzen Sie bitte diesen Satz – „Bayerische Landwirtschaft ohne eine starke regionale Bank …“
Andreas Gasteiger: „… wäre wie Fahren mit angezogener Handbremse.“
Michael Mitterer: „… würde genauso wenig funktionieren wie die meine Volksbank Raiffeisenbank eG ohne unsere landwirtschaftlichen Kundinnen und Kunden.“