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Eine bewusste Entscheidung:
Familie Stübl und ihr Stallneubau-Projekt

Das Leben als Landwirt ist nicht immer einfach – viele, seit Generationen bewirtschaftete Betriebe werden heute deshalb nicht mehr selbstverständlich von den Kindern weitergeführt. Immer mehr junge Leute entscheiden sich aus Geld-, Image- oder Freizeitgründen für andere Berufe. Ganz ähnlich lief das auch bei Josef Stübl und seiner Frau Carolin aus Schonstett. Doch dann trafen die beiden eine bewusste Entscheidung, die ihr Leben nachhaltig beeinflusste.


(Hobel-)Bank oder Bauernhof?

Josef Stübl gehört in vierter Generation einem Milchviehbetrieb an, dem Schmiedmoarhof.  Er geht lange nicht davon aus, den Betrieb fortzuführen und macht zunächst eine Ausbildung als Schreiner. Daneben hilft er aber von Kindesbeinen an in der Landwirtschaft mit, kennt sich also von Grund auf aus. Doch der Hof ist in die Jahre gekommen, müsste komplett erneuert werden. Als er Carolin, seine spätere Frau kennenlernt, scheint klar zu sein, dass beide ein Leben außerhalb der Landwirtschaft führen werden: sie als Bankkauffrau, er als Handwerker.

Doch Carolin interessiert sich für den Hof, liebt Tiere und den Alltag in der Natur. Und: Sie hat bereits eine Landwirtschaftsausbildung gemacht. 2018 ziehen sich Josefs Eltern aus dem Betrieb zurück und überlassen den „Kindern“ das Sagen. Doch so, wie der Hof dasteht, ist er nicht zukunftsfähig. Eine Entscheidung muss her.

Ein Herzens-Projekt

Das Paar, inzwischen verheiratet, möchte eine Familie gründen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die zukünftige Existenzgrundlage aussehen soll. Am Ende gibt die Liebe zu Tier, Mensch und Umwelt den Ausschlag: Der Schmiedmoarhof soll fit für die Zukunft gemacht werden. Nun beginnt die Zeit des Planens und Rechnens. Wird sich ein Neustart finanzieren lassen? Welche Belastungen kommen auf die Familie zu? Wie sollen die späteren Erzeugnisse vermarktet werden? Können die Einnahmen ihre Existenz sicherstellen? Auch der Umgang mit skeptischen bis negativen Reaktionen, die Verhandlungen mit den Behörden, mit Planern und Bauunternehmern, beschäftigen Josef und Carolin über Monate.

Doch irgendwann steht das Konzept: Ein großer, luftiger Laufstall für die „Mädels“ soll entstehen, ein Stück entfernt vom elterlichen Hof, weil dort Platzmangel herrscht. Auf dem „Acker“ jenseits der Straße wird das neue Gebäude gebaut. Eine ungewohnte Vorstellung. Doch entscheidend ist, dass hier optimale Voraussetzungen für mehr Tierwohl geschaffen werden können und die Milchkühe auch Zugang nach draußen erhalten.

Wenn schon neu, dann richtig!

Als der Bau so weit fertig ist, können die Kühe von der elterlichen Hofstatt in den neuen Stall umziehen. Hier im großzügigen Laufstall können sie sich frei bewegen, entscheiden, ob sie lieber liegen, fressen oder in Bewegung bleiben möchten. Kuhbürsten sorgen für körperliches Wohlbefinden. Und ein hochmoderner Melkroboter, an den sich die Tiere schnell gewöhnen, kann immer dann aufgesucht werden, wenn die Kuh selbst spürt, dass ihr Euter voll ist.

Das ist nicht zuletzt ein Beitrag zu mehr Gesundheit und Tierwohl. Jede Kuh trägt zudem einen Transponder, einen Mikrochip, mit dem ihr Gesundheitszustand überwacht werden kann. Moderne Technik sorgt außerdem für ein ideales Stallklima. „Wenn schon Neubau, dann richtig“, kommentiert Josef Stübl den hohen Eigenanspruch. Und seine Frau Carolin, mittlerweile zweifache Mutter, betont: „Wir wollten keine halben Sachen machen. In diesem Stall steckt schließlich die Zukunft – für uns und unsere Kinder.“

Nachhaltig und regional

Regionalität und Nachhaltigkeit werden am Schmiedmoarhof großgeschrieben. So hat die Familie Stübl schon beim Bau darauf geachtet, mit regionalen Unternehmen zusammen zu arbeiten. Und auch die Vermarktung der Lebensmittel vom Schmiedmoarhof erfolgt regional auf dem Hofladen.

 

Carolin und Josef ist es ein Anliegen, dass ihr landwirtschaftlicher Betrieb effizient, klima- und tierfreundlich wirtschaftet. Noch wirtschaften sie zwar konventionell, aber die Umstellung auf einen Bio-Betrieb ist mit nur wenigen Veränderungen möglich. Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen stellen sie sicher, dass eine nachhaltige Landwirtschaft auch in den zukünftigen Generationen möglich ist.

Und der eigene Nachwuchs? Der genießt den Alltag mit den Tieren und hilft bereits kräftig bei der Stallarbeit mit. Ob die Kinder später einmal den Betrieb übernehmen, weiß aktuell niemand. Aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Schmiedmoarhof auch in der fünften Generation weitergeführt wird.

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