Mit Biogas zur Energiewende

Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bis zum Jahr 2050 sollen 80 Prozent der deutschen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. So soll der Anteil der fossilen, CO2-freisetzenden und damit klimaschädlichen Brennstoffe drastisch reduziert werden. Für die angestrebte Energiewende ist neben Sonnen-, Wind- und Wasserenergie auch Biogas ein wesentliches Element. Die Biogaserzeugung ist ein eigenständiger landwirtschaftlicher Sektor – wobei viele landwirtschaftliche Betriebe, zum Beispiel Viehhalter, eine Biogasanlage im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft einsetzen. Die Anlage wird zum Beispiel mit der im Betrieb anfallenden Gülle betrieben, welche im Gärprozess Methan freisetzt und damit Energie erzeugt, die entweder selbst genutzt oder ins Netz eingespeist werden kann. Zusätzlich dient die Abwärme der Anlage zur Trocknung von Getreide, Holz oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Bayerns Bauern liegen vorn

Mit 2.623 Biogasanlagen ist Bayern deutscher Spitzenreiter in der Biogaserzeugung. Das kostbare Gas wird hauptsächlich von sogenannten Energiepflanzen wie etwa Silomais, Getreide- oder Grassilage erzeugt. Es eignen sich aber auch landwirtschaftliche Nebenprodukte, Lebensmittelabfälle oder eben tierische Hinterlassenschaften dazu. Das Gas wird nicht nur für die Strom- und Wärmeerzeugung verwendet, sondern ist auch als nachhaltiger Kraftstoff für Fahrzeuge im Einsatz. Das erzeugte Biogas wird in den meisten Biogasanlagen in Verbrennungsmotoren der sogenannten Blockheizkraftwerke (BHKW) verstromt. Die entstehende Abwärme beheizt unter anderem den Fermenter, also den Tank, in dem die Gärung stattfindet. Die Biogasanlage versorgt sich also selbst mit Energie.

Nachhaltiges Nebenprodukt: wertvoller Dünger

Neben Treibstoff und Energie entstehen bei der Biogaserzeugung auch so genannte Gärreste, die Überbleibsel der vergorenen Ausgangsstoffe. Diese stecken voller Nährstoffe, daher lässt sich aus ihnen ein hochwertiger, vollkommen natürlicher Dünger herstellen. Stickstoff, Phosphat und Kalium unterstützen das Pflanzenwachstum, fördern die Humusbildung und verbessern die Fruchtbarkeit und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Der Dünger gibt dem Boden genau die Nährstoffe zurück, die ihm die Pflanzen während des Wachstums entzogen haben – ein Kreislauf!

Viel Potenzial für die Energieversorgung von morgen

Die Möglichkeiten von Biogas sind schon heute faszinierend, doch für morgen steckt noch viel mehr Potenzial darin. Eine Entwicklung der letzten Jahre sind zum Beispiel moderne Satelliten-Blockheizkraftwerke. Diese stehen am Standort des Wärmebedarfs und sind über eine Gasleitung mit der Biogasanlage verbunden. Die Verstromung und Wärmeerzeugung findet dann direkt vor Ort statt. So lassen sich Wärmeverluste, die beim Transport durch Wärmeleitungen entstehen würden, minimieren.

Man darf gespannt sein, welche weiteren kreativen Lösungen die Landwirtschaft in Zukunft bereithält, um der Herausforderung des Klimawandels zu begegnen. Sicher ist, dass Biogas dabei eine wichtige Rolle spielen wird.


Quellen:
https://biogas.fnr.de/biogas-nutzung/waerme
https://www.energie-macht-schule.de/content/biogas
https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/dossier/biogas-die-energie-der-zukunft

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