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Sommer in der bayerischen Landwirtschaft

Der Sommer ist für Bayerns Bauern die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Jetzt steht die Ernte vor der Tür. Geerntet wird nicht nach Kalender, sondern nach dem tatsächlichen Reifezustand von Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide. Und der hängt von vielen veränderlichen Faktoren ab, allen voran Temperaturen, Sonnenstunden und Niederschlägen.

Zu nass oder zu trocken?

Normalerweise zieht sich die Getreideernte durch den ganzen Juli bis in den August. Die Gerste macht den Anfang: Sie ist reif, sobald der Wassergehalt auf unter 20 Prozent gesunken ist. Wenn das Korn feuchter ist, muss es hinterher getrocknet werden. Dauerregen ist also für Getreide ein ebenso ernsthaftes Problem wie Trockenheit. Trockenheit führt oft zu einer kleineren Korngröße und damit zu niedrigeren Erträgen. 

Ein besonderes Erzeugnis hält viele Gemüsebauern in Niederbayern im Sommer auf Trab: Die Ernte von Einlegegurken. Sie reicht normalerweise von Juni bis in den September. Auf großen Ackerflächen werden hier vor allem Sorten angebaut, die sich besonders gut zum Konservieren und zur Verarbeitung zu feinsauren Delikatessen eigen: Jede zweite Gewürzgurke kommt aus Niederbayern. Wie die Gurke ins Glas kommt und wie viel Arbeit dahintersteckt, haben sich interessierte Verbraucher auf einer unserer Touren angesehen und nicht schlecht gestaunt:

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Geerntet wird das Naturprodukt mit so genannten „Gurkenfliegern“. Das ist ein Traktor oder Anhänger, an dem links und rechts zwei bis zu 15 Meter lange, tragflächenartige Plattformen aufgehängt sind, die etwa 30 Zentimeter über dem Boden schweben. Auf den Tragflächen liegen bäuchlings bis zu 30 Erntehelfer, die die Gurken per Hand pflücken und auf ein Förderband legen, das sie dann in einen Sammelbehälter transportiert. Der Gurkenflieger bewegt sich etwa einen Meter pro Minute, damit genügend Zeit zum Pflücken der reifen Früchte bleibt. 


Andere Gemüsepflanzen wie Salate, Wurzelgemüse, Kohlsorten, Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis oder Bohnen werden den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein geerntet. Sie sind bei aller Sonnenliebe aber durstig und müssen bewässert werden, wenn Petrus mit dem Regen knausert. Der zusätzliche Wasserbedarf wird im Normalfall aber erst dann zum Problem für die Bauern, wenn sich das Grundwasser verknappt. Nach Aussagen des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), der die Interessen der meisten Wasserversorger in Deutschland vertritt, muss man sich deswegen aber keine ernsthaften Sorgen machen. Im Zweifel hat allerdings die Trinkwasserversorgung Vorrang vor der Bewässerung.

Hochsaison für Beerenfrüchte

Neben Getreide haben Obst und Gemüse jetzt Hauptsaison. Nach den Erdbeeren im Frühsommer sind die Kirschen im Juni als erstes Steinobst dran, gefolgt von Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren. Beeren lieben Trockenheit und Sonne – zumindest während der Reife. Baumobst wie Äpfel und Zwetschgen haben bis in den Herbst hinein Zeit, hier müssen die Bauern lediglich Pflegearbeiten in Angriff nehmen, also schneiden und eventuell bewässern. Um die empfindlichen Früchte in dieser Zeit vor Hitzegewittern zu schützen, die auch mal Hagel mit sich bringen können, verwenden Obstbauern oft Netze. Die sollen die Früchte gleichzeitig auch vor Sonnenbrand schützen.

Kein Tropfen ohne Hopfen!

Die Zutat für das bayerische Bier ist im Juli am Draht rund 7 m nach oben gewachsen. Jetzt bilden sich die Dolden aus. Ende August beginnt die Ernte. Hierbei handelt es sich nach wie vor um eine aufwändige Arbeit, trotz maschineller Unterstützung: Die Dolden müssen von den Reben gepflückt werden, ohne dass sie zerbrechen oder zu viel Stängel- und Blattanteil mitgeerntet wird. In den Erntewochen wird bei den Hopfenbauern jede helfende Hand gebraucht. Zum Glück weckt die Hopfenernte bereits Vorfreude auf ihr wichtigstes Einsatzgebiet: frisch gebrautes, bayerisches Bier!

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