Äpfel aus Bayern

Äpfel gehören zu den beliebtesten Obstsorten in Deutschland: Durchschnittlich 113 Stück isst jeder Deutsche pro Jahr. Der Elstar Apfel steht hinsichtlich Erntemenge und Beliebtheit ganz oben auf der Liste. Die größten Apfel-Anbaugebiete in Deutschland sind das Alte Land bei Hamburg und die Gegend rund um den Bodensee, wo auch Apfelbauer Martin Nüberlin seine Apfelplantage hat.


Powerfrucht Apfel

Dass Äpfel gesund sind, ist bekannt: Ein einziger Apfel deckt 15 Prozent des Tagesbedarfs an Calcium und enthält über 30 weitere Vitamine und Spurenelemente wie Eisen, Kalium und Magnesium. Darüber hinaus sollen seine Inhaltsstoffe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs senken. Die enthaltenen Ballaststoffe sind gut für die Verdauung. Ihr Löwenanteil befindet sich in und unter der Schale – sie sollte also auf jeden Fall mitgegessen werden.

Äpfel lassen anderes Obst nachreifen

Äpfel setzen bei der Lagerung Ethylen frei. Dies sorgt bei anderem Obst und Gemüse dafür, dass es schneller reift. Das ist praktisch, wenn zum Beispiel eine Avocado noch nicht ganz reif ist. Überreife Früchte sollten dagegen besser woanders gelagert werden. 
Äpfel selbst bewahrt man am besten bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Temperaturen auf. Bei geschnittenen Äpfeln verzögert Ascorbinsäure (Vitamin C) die Oxidation und das Braunwerden. Dafür reicht es, etwas Zitronensaft über die Apfelspalten zu träufeln. 


Anbau und Ernte

Wie die meisten Obstsorten mag der Apfel es im Anbau warm und sonnig. Vor allem im Frühjahr, in der Zeit der Blüte, sollte es nicht zu kalt werden. Geschlossene Knospen vertragen maximal minus vier Grad. Wenn die Blütenblätter schon zu sehen sind, sind minus zwei Grad noch im Toleranzbereich, und bei offenen Blüten liegt die Grenze bei null Grad. Je nach Sorte blühen Apfelbäume zwischen April und Juni. Sie sind „selbststeril“, das heißt, sie brauchen zur Bestäubung Pollen einer anderen Apfelbaumsorte. Hat alles geklappt, ist zwischen Mitte Juli und Oktober Erntezeit. Da Äpfel schon so lange und an so vielen Orten kultiviert werden, weisen sie eine beeindruckende Sortenvielfalt auf. Mehr als 20.000 verschiedene Sorten soll es weltweit geben. Für den Obstanbau spielen aber nur rund 25 eine Rolle.


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Frostschutz – eine knifflige Angelegenheit

Im Obstanbau gibt es ein paar Maßnahmen, mit denen die Landwirte die Blüten gegen Frost schützen können. Die gängigste Frostschutz-Methode ist die Beregnung. Die Obstplantagen sind mit Beregnungsanlagen ausgestattet, die in regelmäßigen Abständen in den Baumkronen befestigt sind. Durch Pumpen gelangt das Wasser auf die Bäume. Je nach Vegetationsstadium wird ab 0,5 Grad beregnet. Und dann? Erstaunlich, aber wahr: Beim Gefrieren von Wasser zu Eis wird die sogenannte Erstarrungswärme freigesetzt, die Blätter und Blüten bis zu maximal – 9 °C vor Frostschäden schützen kann. Die Temperatur der Blüte sinkt dann nicht unter den Gefrierpunkt, gleichzeitig bildet sich eine dünne Eisschicht um die frostempfindlichen Blüten. Die Beregnung muss so lange stattfinden, bis die Temperaturen über den Gefrierpunkt gestiegen sind und das Eis schmilzt – sonst erfriert die Blüte. Weitere Frostschutzmaßnahmen im Obstanbau sind Frostschutzkerzen, Vernebeln, mobile und stationäre Gas- und Ölbrenner mit Gebläse, Windmaschinen, Motor-Windräder und mehr.