Wanderwege, Erlebnis- und Lehrpfade in Bayern

Mehr über die Landwirtschaft erfahren – das kann man auch auf Lehr- und Erlebnispfaden, die überall in Bayern existieren und zum Beispiel über Baum- und Pflanzenarten, Wälder und ihre Bewirtschaftung, Tiere, Lebensräume sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse und ihre Entstehung informieren. Informationstafeln und Mitmachstationen laden dazu ein, beides – Natur und Landwirtschaft – mit offenen Augen wahrzunehmen und respektvoll zu behandeln.

Wir haben eine Auswahl Bayerns schönster Lehrpfade und Wanderwege zusammengestellt.


Agrarökologie

Wie lässt sich die moderne Landwirtschaft mit Boden- und Gewässerschutz sowie dem Schutz der Artenvielfalt unter einen Hut bringen? Mit diesem Thema beschäftigt sich der 1,5 km lange agrarökologische Lehrpfad in Schwarzau. Vorbei an Obstbäumen, Wiesen und Wäldern führt der Weg den Besucher nicht nur durch die Landschaft, sondern auch durch die verschiedenen Gebiete der Landwirtschaft. 17 Infotafeln zeigen, wie eine umweltbewusste Agrarwirtschaft aussehen kann.

Baumwipfelpfade

Auf eigens angelegten Pfaden hoch in der Luft genießt man eine unglaubliche Aussicht und betrachtet die Welt aus ganz neuen Perspektiven. Der Baumwipfelpfad in Neuschönau ist mit seinen 1,3 Kilometern der längste der Welt. An so genannten Lehrstationen in bis zu 25 Metern Höhe bekommt man faszinierendes Wissen über den Wald vermittelt. Zudem gibt es acht Wackelbrücken und Balancierbalken, die den Weg abwechslungsreich und aufregend gestalten – schwindelfrei sollte man schon sein. Weitere Baumwipfelpfade gibt es in Sankt Englmar, in Scheidegg im Allgäu, in Ziegelwies bei Füssen oder im Steigerwald in Ebrach.

Bienen

Sie gibt uns nicht nur Honig: die Biene. Ohne die Bestäubung der Pflanzen durch das fleißige Insekt könnten viele Pflanzen und landwirtschaftlichen Erzeugnisse wie Obst und Raps überhaupt nicht erzeugt werden. Auf dem Bienenerlebnisweg in Freyung führt ein erfahrener Imker in die Welt der heimischen Insekten ein und gibt Einblicke in die moderne Imkerei. Im Laufe von zehn Stationen, verteilt auf rund 2,5 Kilometer Länge, erschließen sich den Teilnehmern viele Geheimnisse rund um den Bienen-Staat. Führungen gibt es immer mittwochs, von Anfang Mai bis Anfang November.

Gemüse

Gemüse existiert in allen erdenklichen Farben und Formen – und fast alle Sorten findet man auch bei uns in Bayern. Um mehr über unser heimisches Gemüse zu erfahren, kann man sich im unterfränkischen Sennfeld auf einen informativen Gemüse-Rundweg begeben. Der abwechslungsreiche Pfad hat eine Länge von 2,3 Kilometer und führt rund um die bestellten Felder. Infotafeln und ein Marktstand erklären zum Beispiel Salatsorten, Gemüsearten, Erntezeitpunkte und vermitteln eine perfekte Wissens-Basis für den nächsten Einkauf. Auch Wiederkommen lohnt sich, da je nach Saison immer wieder andere Gemüsesorten in den Fokus gerückt werden. Besser kann man keine Lanze für regionales Gemüse brechen!

Hopfen & Bier

© The Sour Cherry Werbeagentur, Jörg Rudloff.

Überall im Freistaat gibt es Wanderwege, die zugleich über Heimat, Land und Leute informieren. Einer davon, der Hopfenlehrpfad in Tettenwang, nimmt ein ganz besonders Kulturgut ins Visier: das Bier. Der 7,5 Kilometer lange Wanderweg mit seinen zahlreichen Info-Tafeln verläuft durch das Hopfenanbaugebiet Jura-Altmannstein, das zum weltgrößten Hopfenanbaugebiet Hallertau gehört. Wer noch mehr über die Herstellung von Bier wissen will, kann sich auch in Mainburg auf den 15,2 Kilometer langen Erlebnispfad Hopfen & Bier begeben. Hier wandert man malerisch an sieben Meter hohen Hopfengärten, idyllischen Wäldern und duftenden Obstgärten vorbei.
Besonders bekannt sind auch die Biertouren, die Fans des Gerstensaftes von Brauerei zu Brauerei leiten. Dabei kann man die Vielfalt der bayerischen Biere nach Herzenslust erkunden. Zum Beispiel kann man von Pegnitz nach Pottenstein (etwa 28 Kilometer) wandern und unterwegs bei der Einkehr das ein oder andere Bier probieren.

Kartoffel

Die gute alte Kartoffelknolle ist ein Grundnahrungsmittel in Bayern. In Kirchenlamitz begleitet das Maskottchen „Knolli“ Jung und Alt auf dem Weg durch Oberfrankens ältestes Kartoffelanbaugebiet. Auf einem Rundweg von 11,5 oder 7,5 Kilometern Länge entdecken die Besucher auf acht Infotafeln Interessantes und Wissenswertes rund um das populäre Nachtschattengewächs. Durch die drei „Kartoffeldörfer“ Reicholdsgrün, Großschloppen und Raumetengrün führt der Erlebnispfad die Wanderer – immer der Geschichte, dem Anbau und den Sorten der Hackfrucht auf der Spur.

Kräuter

Auf Kräuterwanderungen gibt es im Gegensatz zu Themenwanderwegen und Lehrpfaden keine vorgeschriebenen Wege. Vielmehr wird die Wanderung von einer/m erfahrenen Kräuterführer/in geleitet, die die Teilnehmer in die Welt der Kräuter einführt. Überall im Wald, auf Wiesen und selbst in der Stadt gibt es essbare und heilende Pflanzen zu entdecken. Kräuterwanderungen werden in ganz Bayern angeboten und zeigen, dass nicht alles, was am Wegesrand wächst, Unkraut ist. Wer an ihnen teilnimmt, sieht seine Umwelt wieder mit ganz anderen Augen – und bald landen längst vergessene Kräuter auf dem eigenen Teller. 


Landwirtschaftsweg Samerberg

© Gemeinde Samerberg

Der Samerberg liegt in der Freizeitregion Chiemsee-Alpenland. Hier können Wanderer die Bedeutung der lokalen Landwirtschaft erleben. Landwirte, die Gemeinde, landwirtschaftliche Organisationen und heimische Handwerksbetriebe haben sich zusammengeschlossen, um mit viel Liebe und freiwilliger Arbeit zwei Themenwege zu erschließen. Mehr Informationen gibt es hier.

Milch

In keinem Bundesland in Deutschland wird so viel Milch produziert wie in Bayern. Warum also nicht auf einer gemütlichen Wanderung mehr über das weiße Gold erfahren? Auf dem 4,2 Kilometer langen Pfaffenwinkler Milchweg können die Besucher zehn Erlebnisstationen entdecken. Mit dabei: ein Riesen-Memory und eine Plastikkuh zum Melken. Kinder und Erwachsene erhalten hier Antworten auf Fragen wie: „Wie kommen die Löcher in den Käse?“, „Was frisst eine Kuh?“ und „Wie setzt sich der Milchpreis zusammen?“

Streuobst

Äpfel, Birnen, Pflaumen – in ganz Bayern gibt es Streuobstwiesen, auf denen die unterschiedlichsten Steinobstsorten gedeihen. Auf zugehörigen Streuobstlehrpfaden lässt sich die Vielfalt der heimischen Obstsorten mit viel Spaß erkunden. Zum Beispiel auf dem Streuobst-Erlebnisweg von Markt Herrnsheim. Er entstand auf Anregung der Bürger, um den vorhandenen Streuobstgürtel aufzuwerten und zu erhalten. Ziel des Weges ist es, Kindern, Schulklassen, Familien und Interessierten das umfangreiche Themenfeld Streuobst erlebbar zu machen. Auf 2 Kilometern wurden sechs Aktionsplätze zum Mitmachen angelegt. Das Ganze kann auch mit Geocaching, einer Art modernen Schnitzeljagd, erkundet werden. Auch im unterfränkischen Hausen gibt es einen Lehrpfad. Auf ihm erfährt man alles über die 50 heimischen Streuobstsorten.

Wald

Auf Waldlehrpfaden erfahren interessierte Wanderer viel über heimische Tier- und Pflanzenarten.
In Denklingen kann man auf einem Rundweg von 4 Kilometern Tafeln mit Aufgaben erkunden, die das Ökosystem Wald verständlich machen. Auch im Freisinger Forst bei München gibt es einen Walderlebnispfad mit Info- und Klapptafeln an insgesamt 23 Stationen. Auf der 2 Kilometer langen Strecke warten ein Waldlabyrinth, ein Barfußweg und ein Baumtelefon auf kleine und große Wald-Entdecker.

Wein

Überall in Franken, der Weinregion Bayerns, finden zur Weinsaison so genannte Weinwanderungen statt. Die Besucher marschieren mit einem Gläschen um den Hals durch die Weinberge, machen an bestimmten Verkostungsstellen Halt, genießen einen guten Schluck und erfahren nebenbei jede Menge rund um Wein-Ökologie, Önologie, Lagen, Reben & Co.  Vom Weigenheimer Kapelberg bis nach Neuzenheim kann man jedoch das ganze Jahr über die Weinberge wandern. Die 21 Kilometer lange Genussroute führt an einem Weingut und einem Naturschutzgebiet vorbei. Und weil eine Weinwanderung schlecht ohne Wein auskommtn, können Wanderer jederzeit auf ein Gläschen in den verschiedenen Weinorten entlang der Strecke einkehren.


Die schönsten Wanderwege in der Übersicht

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