Quinoa aus Bayern

Das südamerikanische Superfood ist in Deutschland äußerst beliebt. Doch der Importweg ist weit und passt so gar nicht zum neuen Bewusstsein für Regionalität und Nachhaltigkeit. Vor einiger Zeit hat es das gehaltvolle „Getreide“ zum Glück als landwirtschaftliche Nutzpflanze in den Freistaat geschafft. Die Münchner Bauern Genossenschaft eG, bestehend aus Andreas Grünwald, Florian Obersojer und Martin Zech jun. zum Beispiel, baut das Inka-Korn direkt im Münchner Stadtgebiet an. „Superfood? Können wir auch!“, so die engagierten Landwirte selbstbewusst. „Dann wird Quinoa zu einem regionalen Münchner Produkt, das nicht erst durch die halbe Welt transportiert werden muss.“ Und auch viele andere bayerische Bauern kultivieren Quinoa inzwischen erfolgreich.

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Hart im Nehmen

Die einjährige, krautige Quinoa-Pflanze, auch Reismelde genannt, wächst gewöhnlich in Südamerika auf einer Höhe von bis zu 4500 Metern. Sie ist weitgehend resistent gegen Trockenheit und Kälte und hält Temperaturen zwischen minus 8 und 38 Grad Celsius problemlos aus. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 150 Zentimetern.

Übrigens: Es gab schon in den achtziger Jahren Versuche die Pflanze bei uns anzubauen. Doch erst mit steigender Nachfrage wurde die Kultivierung intensiv vorangetrieben.

Glutenfrei und sättigend

Landläufig rechnet man Quinoa zwar zu den Getreidearten. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Gänsefußgewächs, das zur selben Pflanzenfamilie wie Spinat oder Rote Bete gehört. Das ist auch der Grund, warum Quinoa kein Gluten enthält und damit bestens für Menschen mit einer entsprechenden Unverträglichkeit geeignet ist. Stattdessen steckt Quinoa voller komplexer Kohlenhydrate, die der Körper erst einmal aufspalten muss. So bleibt der Blutzuckerspiegel konstant hoch und die Sättigung hält länger vor. Zudem enthält Quinoa viel Eiweiß, Eisen, Phosphor, Kalium, Magnesium und Tryptophan. Letzteres wird im Gehirn zur Herstellung des Glückshormons Serotonin benötigt. Quinoa ist also auch gut für die Stimmung.

Gegessen werden in erster Linie die kleinen, runden Samen der Pflanze. Es gibt weiß, schwarze und rote Quinoa-Samen. Weiße Quinoa hat am wenigsten Kalorien, schwarze Quinoa bleibt nach dem Kochen bissfest, und rote Quinoa schmeckt leicht nussig. Außerdem gibt es Quinoa in gepuffter Form, als Flocken oder verarbeitet in Brot und Nudeln sowie in Kuchen oder sogar Bier.