Ingwer aus Bayern

Foto: LWG Veitshöchheim

Ingwer ist seit Jahren ein fester Bestandteil im deutschen Lebensmittelsortiment. Leider legt die Knolle meist einen weiten Weg zurück, ehe sie in unseren Supermärkten landet. Denn: Ingwer wächst in den Tropen und Subtropen. Zu uns kommt er in der Regel aus Ländern wie Sri Lanka, Indien, China oder Australien. Doch auch wer regional einkaufen möchte, muss auf Ingwer nicht völlig verzichten: Seit ein paar Jahren erprobt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), die Kultivierung der Heil-, Gemüse- und Gewürzpflanze in Gewächshäusern und unter Folientunneln. Andreas Schmitt von der LWG sieht hier durchaus Potenzial: „Die Zukunft von frischem bayerischem Ingwer sehen wir vor allem in der Direktvermarktung – allerdings hat er seinen Preis.“ Der – im Vergleich zu Importware – höhere Preis steht allerdings im Einklang mit der aufwändigen Herstellung: Ingwerknollen sind empfindlich und anspruchsvoll. Sie mögen es warm und trocken am Boden, oben herum soll es dagegen eher feucht und habschattig sein. An diese tropischen Bedingungen sind sie nun mal angepasst. Trotzdem gelingt es einigen bayerischen Bauern, die exotische Knolle erfolgreich zu kultivieren. Man bekommt ihn entweder direkt beim Gemüsebauern oder beim Direktvermarkter. Hier finden Sie den Direktvermarkter in Ihrer Nähe.

Kleine Knolle, große Wirkung

Foto: LWG Veitshöchheim

Je nach Herkunft des Ingwers unterscheiden sich Innen- und Außenfarbe, Schärfe und Aroma. In seinen Ursprungsländern wird das Gewächs nicht nur als Gewürzpflanze, sondern auch als Heilpflanze verwendet. Die Liste der positiven Inhaltsstoffe ist lang: Die Knolle mit dem festen, faserigen Fleisch enthält zahlreiche ätherische Öle, viel Vitamin C, diverse Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Er wirkt antibakteriell, ist gut für die Darmflora, hemmt die Vermehrung von Viren, schützt vor Erbrechen und die für die Schärfe verantwortlichen Inhaltsstoffe regen die Durchblutung und den Kreislauf an. Ingwer fördert zudem die Verdauung, indem er die Produktion von Magensaft, Speichel und Galle anregt. Eine kleine Wunderknolle also, die immer mehr Anhänger findet, nicht nur unter Fans der asiatischen Küche und der ayurvedischen Tradition, deren Motto lautet: „Es gibt keine Medizin ohne Ingwer“. Weil immer mehr Menschen aber nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig und mit einem engen Bezug zur Region leben wollen, ist es eine besonders gute Nachricht, dass es nun auch Ingwer aus Bayern gibt.
Ein Indiz für Frische und Regionalität sind die grünen Stängel. Befinden sich diese noch an der Knolle, dann ist er frisch geerntet und hat keinen langen Transportweg hinter sich.