„Unsere Bauern produzieren nachhaltiger und umweltfreundlicher als in vielen anderen Regionen“

Der milch.bayern e.V. ist der freiwillige, privatwirtschaftlich organisierte Zusammenschluss der bayerischen Milch- und Molkereibranche und unterstützt Unsere Bayerischen Bauern in der Öffentlichkeitsarbeit der bayerischen Landwirtschaft. Im Gespräch vermittelt Geschäftsführerin Carolin Babl die Beweggründe der Unterstützung, den Stellenwert der Milchproduktion in Bayern und geht auf die aktuelle Entwicklung der Milchviehhaltung und die Arbeit der Molkereien ein.


Als Partner unterstützt milch.bayern den Verein Unsere Bayerischen Bauern seit einiger Zeit – was sind die Beweggründe?

milch.bayern unterstützt die Arbeit von Unsere Bayerischen Bauern als Sponsor, um einen Beitrag für die gesamte Branche zu leisten. Als Multiplikator für Landwirte und die nachgelagerten Bereiche ist Unsere Bayerischen Bauern eine tragende Säule bei der Öffentlichkeitsarbeit für die bayerische Landwirtschaft. Gemeinsam mit UBB als Partner haben wir die Möglichkeit die Verbraucher über die Produktionsmethoden speziell auch im Milchsektor sachlich zu informieren und dadurch das Verständnis für die Arbeit in der Milchwirtschaft zu verbessern.

Der Verband milch.bayern ist noch recht jung und wurde erst 2017 gegründet. Welche Aufgaben verfolgt milch.bayern?

Wir sehen uns klar als Dienstleister für unsere Mitglieder – die bayerischen Molkereien.  
Unsere Aufgaben sind vielfältig und an den Bedürfnissen der Mitgliedsunternehmen ausgerichtet. milch.bayern e.V. unterstützt unter anderem die beiden Schulstandorte Kempten und Triesdorf für Molkereifachleute. Dadurch wird der hohe Standard der Ausbildung für die Nachwuchskräfte in den Molkereien gesichert. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Krisenmanagement. Für Erzeuger und Molkereien werden Informationen und Empfehlungen bereitgestellt, um im Ereignisfall vorbereitet zu sein und Hand in Hand mit den Behörden schnell reagieren zu können. Oberstes Ziel der Molkereien ist es, zu jeder Zeit die Sicherheit der bayerischen Milchprodukte und damit der Kunden und der Verbraucher zu garantieren.


Welchen Stellenwert hat die Milchproduktion in Bayern?

Die Zahlen sprechen hier für sich: die Milchproduktion ist der größte und auch der bedeutendste Wirtschaftszweig des Ernährungssektors im Freistaat. Von den insgesamt 152 Molkereien in Deutschland, sind allein 55 in Bayern ansässig. Wird die gesamte deutsche Milchanlieferung betrachtet, stammen rund 25 % der Milch aus Bayern.


Negativschlagzeilen rund um die Landwirtschaft beherrschen derzeit das Bild der Verbraucher. Können Sie das nachvollziehen?

Zum Teil ja, die Branche hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, wurde moderner in ihren Produktionsmethoden. Der Verbraucher wurde bei diesem Prozess nicht mitgenommen. Umso schwieriger ist es, moderne Landwirtschaft mit ihren modifizierten Produktionsweisen zu erklären. Zudem sind nur – wie in anderen Bereichen auch – Negativberichte interessant. Dabei handelt es sich um Momentaufnahmen, die nicht die Arbeitsweise aller Landwirte widerspiegelt. Umso wichtiger ist der Dialog zwischen Erzeuger, Produzent und dem Verbraucher. Nur im aktiven Austausch kann man sich selbst eine wirkliche Meinung bilden.


Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung in der Milchviehhaltung und der Arbeit der Molkereien?

Bundesweit hält der Strukturwandel in der Milchviehhaltung an, davor ist Bayern auch nicht geschützt. Die Milchviehhalter sind gefordert, auf sich ändernde Rahmenbedingungen einzugehen. Auch Verbraucher und Handel nehmen mehr und mehr Einfluss auf die Milcherzeugung, diese Entwicklung macht auch in den Molkereien nicht Halt. Steigende Marktanteile von „Biomilch“, „Bergbauernmilch“, „Weidemilch, „Heumilch“ oder „Tierwohllabel-Milch“ deuten auf eine stärkere Produktdifferenzierung hin. Diese Marktentwicklung hat auch Auswirkungen auf die Milchviehhaltung. Die zunehmenden Anforderungen bei Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Tierwohl können nur im Schulterschluss bewerkstelligt werden, Molkereien und ihre Landwirte als Partner sind gemeinsam gefordert.


Was möchten Sie den bayerischen Konsumenten mitgeben?

Kurzum: Wir produzieren hervorragende Lebensmittel und das auf höchstem Niveau. Und in Bayern nachhaltiger und umweltfreundlicher, als in vielen anderen Regionen. Deshalb tut der Konsument Gutes, wenn er bayerische Produkte kauft!