Garnelenbauer Xaver

Es ist feucht und kuschelig warm auf der Garnelenfarm von Bauer Xaver Mayr, der eigentlich Schweinebauer ist. Auf seinem Hof in Eurasburg bei Augsburg zieht Mayr zusammen mit seinem Freund und Partner Thomas Wachinger seit 2016 auch wärmeliebende Exoten, genauer gesagt: White Tiger Garnelen. Die White Tiger Garnele ist eine tropische Meerwassergarnele. Man findet sie für gewöhnlich im Südpazifik von Mexiko bis Peru. Auf dem Hof gibt es eine Biogasanlage – ihre Abwärme hilft, die für die Tiere nötigen tropischen Verhältnisse, bestehend aus 30 Grad warmen Becken, ohne extra Heizkosten zu schaffen.


Beste Qualität

Thomas Wachinger kam auf die Idee mit den Garnelen, als er gerade seine Fischereiprüfung abgelegt hatte. „Da geht doch was“, dachte er sich. Auch sein Freund Xaver, der schon mit dem Gedanken gespielt hatte, begeisterte sich für das Projekt. Beide waren mit der Qualität der Garnelen, die es zu kaufen gab, überhaupt nicht zufrieden und daher bereit, das Experiment des Selberzüchtens zu wagen. 2016 wurde eine entsprechende Anlage auf Xaver Mayrs Hof gebaut, Anfang 2017 setzte das Duo zum ersten Mal Postlarven ein. Allerdings stellten sie auch fest: White Tiger Garnelen erfolgreich zu züchten, ist kein Kinderspiel. Und Erfahrung fällt nun mal nicht vom Himmel.

Freitags wird gefischt

Inzwischen klappt die Aufzucht der empfindlichen Tiere recht gut. Sie kommen mit einer Größe von zwei Millimeter zunächst in ein Becken, in dem sie an die neuen Wasserwerte gewöhnt werden. Es ist etwa so groß wie zwei Badewannen. In den nächsten 5 ½ Monaten ziehen sie dann noch zwei Mal um. Das nächste Becken fasst schon 7.000 Liter Wasser und das letzte Becken 30.000 Liter. Die großen Becken sind wichtig, denn wenn die Garnelen nicht genug Platz haben, tritt Kannibalismus auf. Mit einer Größe von ca. 18 Zentimetern und einem Gewicht von etwa 30 Gramm werden sie dann aus dem letzten Becken gefischt – meistens freitags. Denn Samstag ist Verkaufstag. Dann können die Kunden im Hofladen ihre Vorbestellungen abholen. So müssen die Garnelenzüchter nur so viele Tiere fischen und abpacken, wie auch tatsächlich benötigt werden.

Äußerst vital

Der Name „VITAshrimp“ passt gut zu den bayerischen Garnelen. Wenn Xaver Mayr den Kescher aus dem großen Becken zieht, spritzt das Wasser in alle Richtungen. Die kleinen Tiere hüpfen, sind äußerst lebendig und springen teilweise aus dem Kescher direkt zurück ins Wasser. Zu fressen bekommen die Garnelen kleine, gepresste Pellets mit einem Proteingehalt von 36-42 Prozent und einem geringen Anteil an Fett. Der Rest besteht aus Pflanzenteilen wie Algen. Eine biologische Wasseraufbereitungsanlage befreit das Wasser physikalisch von Schwebstoffen. Andere organische Stoffe werden biologisch durch nützliche Bakterienstämme abgebaut. Den Rest überlassen die Garnelenbauern Wachinger und Mayr der Natur. Die Garnelen wachsen so naturnah wie möglich heran, ohne Antibiotika, Medikamente oder andere Zusätze.


Garnelen richtig pulen

Mit der richtigen Technik ist das Herauslösen der Garnelen aus ihrem Panzer ganz einfach: Als erstes den Kopf durch leichtes Drehen vom Rumpf entfernen. Danach die Schalensegmente von der Bauchseite zur Rückenseite hochdrücken und abziehen. Die Schwanzflosse kann ebenfalls abgezogen werden. Zum Schluss den Rücken mit einem scharfen Messer der Länge nach aufschneiden und mit der Messerspitze den Darm anheben und herausziehen.